Heute erstellen wir einen USB-Stick, von dem Kali Linux als live System gebootet werden kann. Kali Linux ist eine Linux-Distribution, die vor allem für Penetrationstest und Computersicherheit entwickelt wurde. Man kann natürlich auch jede andere Linux-Distribution auf den Stick kopieren. Ich zeige hier das übliche Vorgehen auf der Kommandozeile unter Linux, in diesem Fall Xubuntu.
Kali-Linux wird oft als sogenannte Live-CD genutzt, ähnlich wie Knoppix und andere Linux-Distributionen, dh. sie werden nicht installiert.
Der Vorteil einer Live-CD liegt auf der Hand: sie nimmt keiner Änderungen an bestehenden System vor, sie ist portabel und man kann sogar (auf einer zweiten Partition des USB-Sticks) Daten persisten speichern. So ist nicht immer alles weg, nachdem neu gebootet wird.

1. Download des Kali-Linux Iso-Image

Nichts einfacher als das, unter https://www.kali.org/downloads werdet ihr fündig. Sucht Euch das passende ISO-Image aus und ladet es auf euren Rechner.

2. Device-Path bzw. Partitionen aller Geräte anzeigen

Um das ISO-Image auf den USB-Stick zu transferieren, müssen wir rausfinden, wo genau der USB-Stick liegt.
Das Programm fdisk mit dem Parameter -l (=list) zeigt uns alle vorhandenen Geräte und deren Partitionen.

sudo fdisk -l

Der Output sollte sowas in der Art sein:

Disk /dev/sda: 320.1 GB, 320072933376 bytes
255 Köpfe, 63 Sektoren/Spur, 38913 Zylinder, zusammen 625142448 Sektoren
Einheiten = Sektoren von 1 × 512 = 512 Bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Festplattenidentifikation: 0x2bd2c32a

   Gerät  boot.     Anfang        Ende     Blöcke   Id  System
/dev/sda1   *        2048     3074047     1536000    7  HPFS/NTFS/exFAT
/dev/sda2         3074048   318404607   157665280    7  HPFS/NTFS/exFAT
/dev/sda3       318404608   397523845    39559619    7  HPFS/NTFS/exFAT
/dev/sda4       397524990   625139711   113807361    f  W95 Erw. (LBA)
/dev/sda5       481779712   625139711    71680000    7  HPFS/NTFS/exFAT
/dev/sda6       397524992   465242111    33858560   83  Linux
/dev/sda7       465244160   481773567     8264704   82  Linux Swap / Solaris

Partitionstabelleneinträge sind nicht in Platten-Reihenfolge

Disk /dev/sdb: 15.5 GB, 15518924800 bytes
188 Köpfe, 29 Sektoren/Spur, 5559 Zylinder, zusammen 30310400 Sektoren
Einheiten = Sektoren von 1 × 512 = 512 Bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Festplattenidentifikation: 0x048b25f5

   Gerät  boot.     Anfang        Ende     Blöcke   Id  System
/dev/sdb1            3104    30310399    15153648    b  W95 FAT32

Ganz unten finden wir den Eintrag /dev/sdb1 (s=SCSI, d=disk, b=Device 2, 1=Partition 1). Das ist der USB-Stick. Wer auf Nummer sicher gehen will, führt fdisk -l einmal mit und einmal ohne den eingesteckten USB-Stick aus. Dann sollte klar sein, welcher Eintrag den USB-Stick repräsentiert.

3. ISO-Image auf USB-Stick übertragen

Als nächstes übertragen wir das ISO-Image, welches wir vorher runtergeladen haben, auf den USB-Stick. Hier bitte vorsichtig vorgehen, um keine Daten zu überschreiben. Also zweimal vergewissern, ob Quelle und Ziel die richtigen sind. Dazu nutzen wir das Programm dd, vorinstalliert auf (fast) allen Linux-Distributionen. dd ist eine Software zum bitgenauen Kopieren von Daten, mehr dazu unter https://wiki.ubuntuusers.de/dd/, dort findet ihr auch das Aufruf-Schema:

dd if=Quelle of=Ziel <Optionen> 

Inputfile (=if) ist unser Iso-Image, und zwar der Pfad von root ausgehend.
Outputfile (=of) ist der Gerätepfad zu unserem USB-Stick, den wir gerade mit fdisk eroiert haben.
Als zusätzlichen Paramter geben wir noch bs mit, blocksize. Je höher dieser Wert, desto schneller geht das kopieren, desto mehr Fehler können aber auch auftreten. 512kilobytes sind ein guter, konservativer Wert.

dd if=/home/spielprinzip/dl/kali-linux-2017.1-amd64.iso of=/dev/sdb1 bs=512k

dd ist nicht verbose, also gibt es -zumindest nicht so einfach- auch keinen Output während des Schreibvorgangs, der gut 5 Minuten dauern kann.

Wenn der Schreibvorgang abgeschlossen ist, sollte dd so etwas von sich geben:

2911+1 records in
2911+1 records out
3053371392 bytes transferred in 2151.132182 secs (1419425 bytes/sec)

Fertig. Die Kali-Live Version sollte nun vom USB-Stick bootbar sein (Bootreihenfolge im Bootmenü beachten!)

Viel Spaß!